Was ein Umzug kostet — und warum
Ein Umzugspreis entsteht nicht aus einer Pauschale, sondern aus Volumen, Entfernung, Etage und Tragweg. Diese Seite zeigt die Mechanik hinter dem Preis: wie viel Zeit ein Stockwerk und zehn Meter Tragweg je Trägergang kosten, was das mit dem Stundensatz ergibt, und welche Einzelposten mit Beleg dazukommen. Ein belastbarer Preis folgt erst nach einer Besichtigung.
Zuletzt geprüft im Juli 2026 · Beträge mit Quelle verlinkt · Angaben ohne Quellenverweis sind Erfahrungswerte der Relocato GmbH · keine Relocato-Endpreise.
Was kostet ein Umzug?
Vergleichsportale nennen grobe Spannen: CHECK24 gibt für eine 75-Quadratmeter-Wohnung im Nahbereich bis 100 Kilometer 700 bis 1.200 Euro an, für dieselbe Wohnung über 500 bis 600 Kilometer 1.300 bis 2.000 Euro. Solche Werte sind Orientierung, kein Angebot. Ein belastbarer Preis setzt eine Besichtigung des Hausrats voraus, weil Volumen, Etage und Tragweg den Aufwand bestimmen.
Die folgende Tabelle stammt von CHECK24 und ordnet Spannen nach Wohnfläche und Entfernung. Sie zeigt, wie weit dieselbe Wohnungsgröße auseinanderliegen kann — je nach Strecke, Etage, Tragweg und gebuchten Zusatzleistungen.
| Wohnfläche | Nahumzug (bis 100 km) | Fernumzug (500–600 km) |
|---|---|---|
| rund 50 m² | 550–1.000 € | 1.200–1.900 € |
| rund 75 m² | 700–1.200 € | 1.300–2.000 € |
| rund 100 m² | 850–1.550 € | 1.450–2.200 € |
| über 125 m² | ab 1.150 € | ab 1.800 € |
Relocato nennt einen Preis erst nach einer Vor-Ort- oder Video-Besichtigung. Jede Position wird im Angebot schriftlich einzeln ausgewiesen, inklusive ausgewiesener Mehrwertsteuer.
Warum kostet ein Umzug in einen höheren Stock ohne Aufzug mehr?
Jede Etage ohne Aufzug und jeder Meter Tragweg verlängern die Zeit, die ein Träger für einen Gang braucht. Diese Zeit, multipliziert mit der Zahl der Gänge und dem Stundensatz, ergibt den Mehraufwand gegenüber einem ebenerdigen Umzug. Das Ergebnis ist ein Kostentreiber, kein Endpreis: Die Zahl der Trägergänge hängt vom eigenen Hausrat ab und wird hier selbst eingesetzt.
Relocato rechnet ohne Pauschalzuschlag für Etage oder Tragweg. Statt einer erfundenen Pauschale steht hier die Mechanik. Die vier Zeitwerte sind eine Modellannahme aus publizierten Referenzwerten, kein gemessener Betriebswert — sie sind entsprechend gekennzeichnet.
| Größe | Modellwert | Herleitung |
|---|---|---|
| Stufen je Geschoss | rund 16 | DIN 18065, ideale Steigung 18 cm, Geschosshöhe 2,80 m |
| Treppe aufwärts, beladen | 25 s | 95 Stufen/min unbelastet, Faktor 2,5 — Annahme |
| Treppe abwärts, leer | 10 s | Annahme |
| 10 m Tragweg, hin und zurück | 20 s | Referenz 1,39 m/s; beladen 0,8 m/s, leer 1,3 m/s — Annahme |
Wie kommen rund 16 Stufen je Geschoss zustande?
Die ideale Steigung nach DIN 18065 liegt bei etwa 18 Zentimetern je Stufe. Bei einer üblichen Geschosshöhe von 2,80 Metern ergeben sich daraus rund 16 Stufen je Geschoss. Der Wert ist eine Rechengröße für das Modell, kein Messwert an einer konkreten Treppe.
Der Stundensatz einer Umzugskraft liegt je nach Region und Qualifikation bei rund 35 bis 60 Euro pro Mitarbeiter und Stunde. Diese Spanne ist aus zwei kommerziellen Anbieter-Quellen zusammengesetzt und keine unabhängige Erhebung: Die Untergrenze nennt umzug-berlin.de mit 35 bis 55 Euro netto für einen professionellen Umzugshelfer, die Obergrenze expoya.com mit 60 bis 120 Euro für ein Team aus zwei bis drei Helfern, also 20 bis 60 Euro je Person.
Zusatzzeit je Gang = Etagen × (25 s + 10 s)
+ Tragweg/10 m × 20 s
Mehraufwand = Gänge × Zusatzzeit je Gang × Stundensatz3. Stock ohne Aufzug, 25 m bis zum Fahrzeug 3 Etagen × 35 s = 105 s 2,5 × 10 m × 20 s = 50 s Mehraufwand je Gang ≈ 155 s Bei 250 Trägergängen ≈ 10,8 Personenstunden × 35–60 €/h ≈ 380 bis 650 € Mehrkosten gegenüber einem Umzug im Erdgeschoss
Die 155 Sekunden und die daraus folgenden rund 380 bis 650 Euro sind das Ergebnis des Modells, kein Preis von Relocato. Sie zeigen die Größenordnung, um die ein dritter Stock ohne Aufzug einen Umzug gegenüber dem Erdgeschoss verteuert. Die tatsächliche Zahl der Gänge und damit der Betrag hängen vom Hausrat ab.
Etage, Tragweg, Aufzug: Was das für Ihren Umzug bedeutet, klärt eine Besichtigung.
Besichtigung anfragenWann lohnt sich ein Möbellift?
Entscheidend für einen Möbellift sind die Zufahrt und das Volumen, nicht das Stockwerk. Ein Lift lohnt sich, wenn die Straße eine Aufstellfläche hergibt und genug Umzugsgut über enge oder hohe Treppen bewegt wird. Bei wenig Hausrat rechnet sich der Lift auch im vierten Stock nicht, bei einem vollen Haushalt schon im zweiten. Ein Standardlift kostet 150 bis 300 Euro je Tag, mit Bediener 250 bis 400 Euro.
Sinnvoll wird ein Lift dort, wo das Treppenhaus zu eng für sperrige Stücke ist oder der Tragweg über viele Etagen den Zeitaufwand stark erhöht. Voraussetzung ist eine freie Aufstellfläche mit ausreichend Abstand zur Fassade; fehlt sie, hilft auch der Lift nicht. Die Rechnung ist ein Vergleich: die Tagesmiete des Lifts gegen die eingesparten Personenstunden über die Treppe. Deshalb lohnt er sich mit dem Volumen, nicht mit der Stockwerkszahl allein.
Was kostet eine Halteverbotszone?
Die Behördengebühr für eine mobile Halteverbotszone liegt je nach Kommune zwischen 12 und 40 Euro. Hinzu kommt die Schildermiete von 3 bis 15 Euro je Tag. Übernimmt ein Dienstleister Genehmigung, Aufbau und Abbau, kostet dieser Aufstellservice rund 60 bis 140 Euro. Eine freie Ladezone verkürzt den Tragweg und damit den Zeitaufwand am Umzugstag.
Die Zone muss mindestens 14 Tage vor dem Umzug beantragt werden, in einzelnen Städten früher. Ohne wirksame Beschilderung lässt sich ein falsch parkendes Fahrzeug nicht abschleppen, und der Tragweg zum Fahrzeug verlängert sich. Relocato beantragt die Halteverbotszone auf Wunsch für beide Adressen.
Halteverbot, Behördengang, Fristen: Diese Schritte übernehmen wir auf Wunsch mit.
Leistung anfragenWas kostet ein Fernumzug zusätzlich pro Kilometer?
Bei Fernumzügen berechnen viele Unternehmen zusätzlich zum Grundaufwand eine Kilometerpauschale. Nach Marktbeobachtung liegt sie zwischen 0,50 und 1,50 Euro pro gefahrenem Kilometer und deckt Fahrzeug, Kraftstoff und Fahrzeit ab. Über größere Distanzen wird diese Pauschale zum bestimmenden Posten, weshalb die Entfernung neben dem Volumen der zweite große Kostentreiber eines Fernumzugs ist.
Wie wird das Umzugsvolumen ermittelt?
Das Umzugsvolumen ermittelt ein Umzugsberater durch eine Besichtigung des Hausrats, vor Ort oder per Video. Beide Verfahren sind heute Standard. Eine pauschale Formel aus Wohnfläche mal Faktor ersetzt die Besichtigung nicht, weil Keller, Dachboden, Garage und der tatsächliche Möbelbestand die Menge bestimmen. Jeder Kubikmeter, der nicht mitfährt, senkt den Transportaufwand.
Die Vor-Ort-Besichtigung eignet sich für große oder unübersichtliche Haushalte, die Video-Besichtigung spart Zeit und einen Termin. In beiden Fällen entsteht eine Bestandsliste, aus der Volumen, benötigter Laderaum und Aufwand hervorgehen. Relocato nennt einen Preis erst nach dieser Besichtigung.
Lassen sich Umzugskosten von der Steuer absetzen?
Bei einem beruflich veranlassten Umzug erkennt das Finanzamt eine Umzugskostenpauschale für sonstige Umzugsauslagen an, ohne Einzelnachweise. Seit dem 1. März 2024 beträgt sie 964 Euro für die berechtigte Person und 643 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Daneben lassen sich Kosten für Spedition, doppelte Miete und Fahrten gesondert absetzen.
Die Beträge stammen aus dem BMF-Schreiben vom 28. Dezember 2023 und stehen im amtlichen Lohnsteuer-Handbuch, Anhang 29. Sie werden regelmäßig angepasst. Vor einer verbindlichen Verwendung sind der aktuelle Stand und die genauen Beträge am BMF-Primärdokument zu prüfen; ob die Werte über 2024 hinaus unverändert gelten, ist hier nicht abschließend belegt.
Diese Angabe ersetzt keine Steuerberatung. Ob ein Umzug als beruflich veranlasst gilt, entscheidet der Einzelfall.
Wer haftet für Schäden beim Umzug?
Ein Umzugsunternehmen haftet nach § 451e HGB für Transportschäden, allerdings der Höhe nach begrenzt auf 620 Euro je Kubikmeter Laderaum. Maßgeblich ist der benötigte Laderaum, nicht der einzelne Gegenstand. Wer wertvolle Einzelstücke transportieren lässt, prüft, ob diese Summe reicht, und schließt bei Bedarf eine zusätzliche Transportversicherung ab.
Schäden sind dem Unternehmen zügig und vor dem Auspacken zu melden, am besten mit Fotos und schriftlich. Die gesetzliche Haftungsgrenze gilt unabhängig davon, ob der Schaden an einem einzelnen teuren Stück oder an mehreren Gegenständen entsteht — sie bemisst sich am Laderaum in Kubikmetern.
Was kostet Ihr Umzug?
Preis erst nach Besichtigung, unverbindlich